Coworking: Mehr als nur eine günstige Alternative zum Büro

Coworking Spaces sind für Gründer oft eine kostengünstige Alternative zum Büro. - ©Simon Thon/Work INN

In Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München sind Coworking Spaces längst beliebte Arbeitsorte für Freelancer, Einzelselbstständige oder Startups. Auch in NRW sind sie als Alternative zum Büro oder Homeoffice zunehmend gefragt. Warum Coworking Spaces besonders für Gründer und Startups interessant sind, erklärt Dörte Schabsky (29) im Interview mit DIE INITIALE. Zusammen mit ihrem Ehemann Tim (28) hat sie in diesem Jahr den Coworking Space “Work Inn” in Dortmund eröffnet.

Die Initiale: Was genau versteht man unter “Coworking”?

Dörte Schabsky: Der Begriff setzt sich aus den beiden Teilen "co" und “working” zusammen, also “zusammen arbeiten”. Nach dem Konzept des Coworking, das Brad Neuberg 2005 erfunden hat, arbeiten mehrere Leute jeweils an ihren eigenen Projekten, teilen sich aber einen Raum. Dabei kann es natürlich zur Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Coworkern kommen, muss es aber nicht.

Die Initiale: Für wen eignen sich Coworking Spaces besonders?

Dörte Schabsky: Man kann zwischen drei größeren Gruppen unterschieden. Zum einen sind da die „Einzelkämpfer“, die vorwiegend ihr Homeoffice nutzen und aus verschiedenen Gründen mal raus wollen. Gerade für Selbstständige ist es wichtig, Kontakte zu knüpfen. Selbst wenn man sich nur tageweise einen Schreibtischplatz in einem Coworking Space mietet, lernt man schnell neue Leute kennen und kann dadurch oft auch Kunden gewinnen. Eine zweite Gruppe sind Coaches, Workshopleiter oder Berater. Sie nutzen den Coworking Space oft für Beratungstermine oder Seminare. Die dritte Gruppe nennen wir "wachsende Unternehmen". Das sind entweder Startups oder kleinere Unternehmen, die expandieren. Wir hatten beispielsweise eine Firma, die aus ihren Büroräumen herausgewachsen ist und für eine Übergangsphase Arbeitsplätze für einige ihrer Mitarbeiter benötigte. Gerade für Startups und Gründer bieten Coworking Spaces viele Vorteile.

Die Initiale: Welche sind das?

Dörte Schabsky: Der größte Vorteil für Startups ist die hohe Flexibilität. Wenn man sich ein Büro mietet, muss man sich oftmals auf eine Mietdauer von mehreren Jahren festlegen. Das ist in einem Coworking Space anders. Gerade in der Startphase weiß der Gründer nicht, wie sich sein Unternehmen entwickeln wird, ob es die Mietzeit übersteht oder sogar schnell aus den Räumen herauswächst. Im Coworking Space kann der Gründer organisch wachsen. Er kann mit einem Schreibtischplatz beginnen und gegebenenfalls weitere Plätze dazubuchen. Außerdem hat man dort weniger Anschaffungskosten, weil Büromöbel, Drucker und Faxgerät im Coworking Space mitgenutzt werden können. Auch Strom, Internet und der Meetingraum sind im Mietpreis enthalten. Man kann also sofort loslegen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass man durch die anderen Coworker sofort Teil eines Netzwerks wird - sei es, um später in Projekten zusammen zu arbeiten oder einfach nur, um sich beim Kaffee über Ideen auszutauschen oder auch Erfolge oder Probleme mit den anderen zu teilen.

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